... eine wunderbare Entdeckung... ausgezeichnet aufgeführt....
Jürgen Kanold, Südwestpresse


 

Der Karfreitag gehört – musikalisch gesehen – Bach. Tatsächlich? In der Pauluskirche Ulm gab es in diesem Jahr ein anderes Highlight zu erleben: „Des Heilands letzte Stunden“ von Louis Spohr. …..

… Das Libretto von Friedrich Rochlitz stellt die Sänger vor so manche Herausforderung. ... klangprächtig werden Soli, Chor und Orchester zu einem keinesfalls einfachen aber schlüssigen Klangbild verwoben, das wundersam Elemente von Bach mit Anklängen an die Romantik vereint und großformatig konzipierte Chorsätze von fast Wagner’scher Dimension entwirft.

Die Solisten hervorragend, voran Rosendorfsky, die ihre Arien mit klarer Eleganz und Emotion auszustatten wusste. Khamasmie und Blumenschein teilten sich die Rollen der Jünger. Khamasmies Jesus berückte durch maximalen Ausdruck ohne überflüssiges Pathos und die für die erkrankte Saskia Klumpp eingesprungene Anette Küttenbaum gestaltete ihren Part souverän. Das intensive Werk lässt den Hörer nicht aus der emotionellen Umklammerung bis ins höchst emotionale Finale – die Worte Jesu am Kreuz und seinem Schrei in tiefster Gottverlassenheit. Bis hierhin hatten alle Beteiligten, von kleinen Unschärfen des reinen Frauenchors abgesehen, Beachtliches geleistet und einem ganz zu Unrecht übersehenen Werk einen mehr als würdigen Schliff gegeben. Besonderes Lob gehört Friedemann Johannes Wieland, der mit seinem engagierten Dirigat Chor und Orchester bestens beisammenhielt und einer großartigen Musik zu voller Wirkung verhalf.
Florian Arnold, Neu-Ulmer Zeitung