Fotos: Steffen Berschin

Bescherung ist ja erst heute, an Heiligabend, die Münsterkantorei freilich verteilte schon gestern Abend, am 4. Advent, in der voll besetzten Pauluskirche ein musikalisches Geschenk: das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach, und zwar die Teile 1-3 und 6. So ging es vom festlichen „Jauchzet, frohlocket“ über die elegische Hirtenmusik der Sinfonia bis zum Schlusschoral der Dreikönigskantate, wenn die Gemeinde nach der ganzen Weihnachtszeit und im Glauben gestärkt endlich feststellen darf: „Tod, Teufel, Sünd und Hölle/ Sind ganz und gar geschwächt.“ Münsterkantor Friedemann Johannes Wieland dirigierte zupackend den hoch motivierten und bestens vorbereiteten Motettenchor und das vielfarbig klingende Barockorchester La Banda aus Augsburg und hatte auch ein feines, ausdrucksstarkes Solistenensemble engagiert: Miriam Feuersinger (Sopran), der weich und zart intonierende Nils Wanderer (Countertenor), der kernige Tenor Daniel Schreiber sowie der sehr kantabel singende Bariton Andreas Burkhart „Es begab sich aber zu der Zeit . . .“, erzählt der Evangelist: Für das feierlich gestimmte, musikalisch erfüllte und das Konzert bejubelnde Publikum geht es dann heute noch einmal, gewissermaßen real, mit Weihnachten los. Jürgen Kanold, Südwestpresse